Am Sonntag fand im BRK Kreisverband München die erste Mantrailingprüfung in Bayern statt. Ab 6 Uhr Morgens mussten sich die Teilnehmer nach Anmeldung einer Fachfragenprüfung unterziehen und anschließend wurden ihnen die Vermisstenaufträge übergeben. Der Hundeführer hat sich aus den Informationen der Befragung ein Bild der Lage zu machen. Zu berücksichtigen sind dabei die Wetterlage, die Thermik, die örtlichen Gegebenheiten des Suchgebietes, die zur Verfügung stehenden Hilfsmannschaften sowie technische und sicherheitstechnische Maßnahmen. Aufgrund der Angaben muss der Hundeführer in der Lage sein, die Situation realistisch zu erfassen. Der Hund erhält Witterung über einen Geruchsgegenstand der Vermissten Person und hat dann höchstens 1 Stunde und 20 Minuten Zeit eine 2 – 2,5 km lange Strecke, welche die Person vor 24 bis 36 Stunden gelaufen ist, zu verfolgen und am Ende den Vermissten zu finden. Der Weg führt jeweils zur Hälfte durch bebautes Gebiet und Außenflächen. Geprüft wurden die Teilnehmer von den DRK-Prüferinnen Frau Maria Hörmann aus dem Saarland und Siggi Höfer aus Kitzingen.
Unter den Gästen befanden sich als Zuschauer und Beobachter Vertreter der Polizei München, welche sich über die Durchführung einer derartigen Prüfung und den Ausbildungsstand der BRK geprüften Hunde informieren wollten, denn auch die Polizei bildet mittlerweile vermehrt Mantrailinghunde für sehr unterschiedliche Zwecke aus.
Im Schnitt wird die BRK Rettungshundestaffel Erlangen-Höchstadt jede 2. Woche zu einer Suchaktion gerufen. Die Einsatzpalette reicht dabei von der Suche nach einem verwirrten Menschen aus einem Altenheim bis hin zu jungen Menschen, die sich das Leben nehmen wollen. Für eine Flächensuche in Wald oder Flur stehen der Staffel momentan 3 Flächensuchhunde zur Verfügung, die geprüft und damit zertifiziert in den Einsatz gehen können. Einer dieser Hunde ist zusätzlich im Bereich der Trümmersucharbeit geprüft. Diese Hunde werden z.B. bei Hauseinstürzen zum Aufspüren Verschütteter eingesetzt. Darüber hinaus stehen mehrere junge Hunde unter den Fittichen der Ausbildungsleiterin Edith Mühlhans. Bis zu ihrem ersten Einsatz vergehen aber ca. 2 – 3 Jahre.
Was tun, wenn ein Mensch schon einige Tage verschwunden ist, ehe es ein Verwandter bemerkt? Häufig weiß dann niemand, in welche Richtung die gesuchte Person das Haus verlassen hat und wann das genau war. Für solche Situationen bildet die Staffel Mantrailer aus, die der individuellen Geruchsspur folgen und den Hundeführer an den Ort des Gesuchten bringen, sofern dieser die Strecke zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurück gelegt hat. Jetzt ist zu den 3 einsatzfähigen Mantrailing-hunden ein vierter dazu gekommen. Unsere Hundeführerin Sabine Schmidt konnte mit ihrem Briardrüden Irving am Sonntag, als einzige aller Teilnehmer, diese Prüfung mit Bravour bestehen. Die Leistung hat alle Besucher restlos von der Einsatzmöglichkeit Mantrailing überzeugt. Somit hat Frau Schmidt Sabine den ersten im BRK Bayern geprüften Mantrailinghund.
Edith Mühlhans