Das Bayerische Rote Kreuz konnte den ersten Feuerwehrführerschein für Fahrzeuge bis 7,5 Tonnen an eine Helferin übergeben. Erlangen, 24.12.2011. Um die Einsatzfähigkeit mittelschwerer Einsatzfahrzeuge des Katastrophenschutzes sicherzustellen, wurde im Sommer diesen Jahres durch die Bayerische Staatsregierung die Möglichkeit eröffnet, ehrenamtliche Helfer organisationsintern zu schulen. Damit ist es möglich Fahrzeuge sowie Gespanne bis zu einem zulässigen Gesamtgewicht von 7,5 to zu fahren. Durch das europäische Führerscheinrecht dürfen junge Mitarbeiter der Hilfsorganisationen und Feuerwehren ohne Zusatzqualifikation nur noch Fahrzeuge bis 3,5 to bewegen.
Erster Ansatz war eine Gesetzesänderung für die Erweiterung der Fahrerlaubnis bis 4,75 to, diese bestens bewährte Regelung wurde in 2011 auf eine Option für Fahrzeuge bis 7,5 to erweitert. Damit wurde für die Hilfsorganisationen ein entscheidender Baustein geschaffen, die immer umfangreicheren Aufgaben zu erfüllen und die Fahrzeuge entsprechend zum Einsatz bewegen zu können.
Die ehrenamtliche Rettungssanitäterin Johanna Nachtmann (Bereitschaft Erlangen 1) wurde als erste Fahrerin für derartige Fahrzeuge ausgebildet und konnte die entsprechende Fahrerlaubnis vom organisationsinternen Prüfer Stefan Geier in Empfang nehmen. Sie ist nunmehr befähigt Einsatzfahrzeuge bis 7,5 to, zu führen. In diese Gewichtsklasse fallen z.B. Arzttruppwägen mit Anhänger oder der vorgehaltene Betreuungs-LKW.
Verfasserin und weitere Informationen
Renate Nachtmann
Bereitschaftsleiterin Bereitschaft Erlangen 1

Ich stehe dem Konstrukt des Feuerwehrführerscheins sehr skeptisch gegenüber. Es ist für mich unverständlich, warum z.B. ein Paketdienstfahrer der sein Fahrzeug jeden Tag nutzt, einen normalen Fühererschein mit entsprechend vielen Fahrstunden zu erwerben hat während jemand anderes ein vergleichbares Fahrzeug mit einer Mini-Ausbildung steuern darf. Erschwerdend kommt noch hinzu, dass der Einsatzfahrer häufig mit Blaulicht unterwegs ist und das Fahrzeug in Grenzbrereichen führt (hohe Geschwindigkeit, schnelles Bremsen und Beschleunigen, Schlängeln durch Ampelstaus). Zudem kommt noch die Aufregung dazu (freiw. Feuerwehr mit vier Einsätzen im Jahr oder BRK Schnelleinsatzgruppe mit ähnlich wenigen Einsätzen). Ich hoffe inständig, dass hier nicht am falschen Ende gesprt wurd und niemand bei solchen Einsatzfahrten zu Schaden kommt.